Landkreis Aschersleben-Staßfurt

Der Landkreis Aschersleben-Staßfurt stellte vom 1. Juli 1994 bis zum 30. Juni 2007 einen Landkreis in der Mitte von Sachsen-Anhalt dar. Gebildet wurde er im Rahmen der Kreisgebietsreform von Sachsen-Anhalt aus den vor 1994 bestehenden Kreisen Aschersleben und Staßfurt, und trug zunächst die Bezeichnung Aschersleben-Staßfurter Landkreis. Die Unterschiede, die zwischen den Gebietsteilen hinsichtlich ihrer regionalen Geschichte bestanden, blieben bei der Landkreis-Bildung unberücksichtigt. Im Laufe der Zeit erfuhr der Landkreis Aschersleben-Staßfurt zahlreiche Gebietsveränderungen. Während er zunächst sieben Verwaltungsgemeinschaften zählte, gab es 2007 lediglich fünf Verwaltungsgemeinschaften. Waren dem Kreis, dessen Verwaltungssitz in Aschersleben lag, ursprünglich 44 Gemeinden angegliedert, reduzierte sich deren Zahl bis 2007 auf 28. Sein Gebiet umfasste eine Fläche von 654,76 km². Im Dezember 2006 zählte der Landkreis 93.630 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 143 Einwohnern je km² entspricht. Lebten um das Jahr 2000 noch mehr als 100.000 Menschen im Landkreis Aschersleben-Staßfurt, sank die Einwohnerzahl den Angaben des Statistischen Landesamtes zufolge ab 2002 unter die 100.000-Grenze. Eine schrumpfende Bevölkerungszahl war seit Jahren in sämtlichen Städten und Gemeinden zu verzeichnen. Auch die einwohnerstärkste Kreisstadt Aschersleben stellte keine Ausnahme dar.

Entstehung des Salzlandkreises

Im Zuge der 2007 durchgeführten Kreisgebietsreform von Sachsen-Anhalt wurde der Landkreis Aschersleben-Staßfurt aufgelöst und fusionierte mit dem Landkreis Schönebeck und dem Landkreis Bernburg zum 1. Juli zum Salzlandkreis, dessen Kreisstadt Bernburg ist. Mit einer Flächengröße von 1426 km² grenzt der Salzlandkreis im Norden an die Landeshauptstadt Magdeburg und – dem Uhrzeigersinn folgend – an den Landkreis Jerichower Land, Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Saalekreis, Landkreis Mansfeld-Südharz, Landkreis Harz sowie im Nordwesten an den Landkreis Börde. Es ist der einzige Landkreis in Sachsen-Anhalt, der nicht an ein anderes Bundesland grenzt und liegt somit ‚mittendrin‘, einer Werbevokabel, welche auch das Binnenland Sachsen-Anhalt hinsichtlich seiner touristischen Vermarktung nutzt.

Kurzporträt

Bezüglich seiner Fläche ist der Salzlandkreis der zweitkleinste Landkreis im Bundesland, weist allerdings die höchste Bevölkerungsdichte auf. Er präsentiert sich mit einer landschaftlichen Vielfalt. Während im Zentrum sowie im Süden die Förderung von Steinsalz als wichtigstem Wirtschaftsfeld das Bild prägt, wird der ertragreiche Boden im Norden landschaftlich genutzt. Besonders reizvoll sind die Flusslandschaften von Elbe und Saale sowie jene der Bode, Wipper und Fuhne als Nebenflüsse der Saale. Im Biosphärenreservat Mittelelbe stehen die für den Naturhaushalt wertvollen und artenreichen Auenwälder unter Schutz. Infolge einer jahrzehntelangen Gewinnung von Kohle und Kies entstanden im waldarmen Salzlandkreis zahlreiche Binnenseen unterschiedlichster Größe. Entlang der Straße der Romanik finden sich beeindruckende Burgen und Schlösser, die den Besucher erahnen lassen, welche Bedeutung die Region im Mittelalter hatte. Neben der einstigen anhaltinischen Residenzstadt Bernburg und Aschersleben als ältester Stadt in Sachsen-Anhalt laden viele malerische Dörfer und Städte zum Erkunden und Verweilen ein.

Bevölkerung

Im Salzlandkreis, dem 21 Gemeinden angehören, leben etwa 190.000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 135 Einwohnern je km², was in etwa jener des alten Landkreises Aschersleben-Staßfurt entspricht. Lag die Einwohnerzahl 2007 noch bei über 215.000 Menschen, setzte sich der Schrumpfungsprozess weiter fort. Abseits der Industriestandorte, zu denen Bernburg, Aschersleben, Staßfurt und Schönebeck zählen, ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Gemäß des 2016 erstellten Zukunftsatlas‘ ist die Region wenig dynamisch und innovativ, sodass dem Salzlandkreis hohe Zukunftsrisiken attestiert wurden.

Infrastruktur

Verkehrstechnisch erschlossen ist der Salzlandkreis durch die Bundesautobahn A14 als wichtigster Verkehrsader. Sie verläuft in Nord-Süd-Richtung und ermöglicht dem Autofahrer ein schnelles Erreichen der A2 und A9. Die auch Nordharzautobahn genannte A36 verbindet Bernburg mit dem niedersächsischen Braunschweig. Über die B71, B81, B180, B185 und B246a wird der regionale Verkehr aufgenommen. Zu den Bahnlinien im Kreisgebiet zählen die Nord-Süd-Strecken Magdeburg-Halle und Calbe (Saale)-Bernburg sowie die Ost-West-Strecke Köthen-Aschersleben. Mit dem Elbe-, Saale-, Bode- sowie Europa-Radweg R1 bietet der Salzlandkreis Pedalrittern ideale Möglichkeiten zum Entdecken der natürlichen Schönheiten in der Mitte Sachsen-Anhalts. Zahlreiche Neben-Routen ergänzen das Radwegenetz.

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